„In der Sommerfrische“ 1989

„In der Sommerfrische“ 1989

10. In der Sommerfrische

Dieses Selbstverlagsprodukt wurde von T. Bachler als theoretische Abschlussarbeit an der Kunstakademie 1989 eingereicht. Im Vorfeld hatte er fast ein halbes Jahr recherchiert und dabei praktisch alle (mit Bildern versehenen) Bücher und Illustrierten des 3. Reiches durchgesehen, um die hier abgedruckten Fotos Adolf Hitlers zu reproduzieren. Sein Augenmerk galt den Fotos, die Hitler als „Privatmann“ inszenieren, eine beliebte Propagandastrategie, um Politikern mehr menschliche Nähe zu verleihen. Über 1000 „private“ Fotos dieser Art wurden von Bachler reproduziert – das Material, aus dem er das fiktive Album „In der Sommerfrische“ formte. Im „Kunstforum“ Nr. 104/1989 schreibt Prof. Bussmann hier von der „gemütlichen Nähe“, die sich beim Betrachtern einstellt und dem Wissen über diese Unmöglichkeit. Bachler fertigte fünf „Sommerfrische“ Alben an von denen er drei Exemplare verkaufen konnte. Auch wurde dieses Arbeit im Fotomuseum im Münchner Stadtmuseum ausgestellt, wo es zu kontroversen Diskussionen kam. Mir gegenüber äusserte Bachler noch die Überlegung, zwei weitere Alben zu entwerfen; das Fotomaterial gäbe noch eine Zusammenstellung „Hitler als Kurator“ und „Hitler als Leiter eines Kinderheimes“ (beides Arbeitstitel) her, aber seine Lupex chamois Fotopapierbestände seien erschöpft und ein anderes Papier käme für die Alben einfach nicht in Frage.

„In der Sommerfrische“

„In der Sommerfrische“