Portrait (Glasnegativ)

14. Gescheitertes

Bei Thomas Bachlers sprunghafter Art zu arbeiten ist es nicht verwunderlich, dass so manche Idee nicht realisiert wurde. Neben der gescheiterten Camera obscura Paketaktion von Ost- nach Westberlin (Siehe „Reiseerinnerungen“) war auch sein Glück mit einer fliegenden Lochkamera nicht groß: Von zwei Heliumballons gezogen, schwebte die Flugkamera sanft nach oben doch vergaß Bachler schlichtweg, die Halteleine zu befestigen. So entkam die Kamera in den Weiten des Himmels. Ein mit einem starken UV-Brenner umgerüsteter Vergrößerer sollte für Lichtpauspapiere tauglich gemacht werden – er brannte schon in der Probephase ab. Vielversprechende Versuche, ein Art Wärmefotogramm mittels Hitze auf Thermopapier zu bannen wurden ebenfalls nicht weiterverfolgt. Über ein paar Testbilder kam er mit seiner anvisierten Arbeit „Große Fotogramme“ ebenfalls nicht hinaus. In seinem Archiv fand ich Hinweise auf eine Zeitschrift, den „Allgemeinen Beobachter“, diese sollte, technisch und gedanklich ähnlich dem Malbuch, im Spirit Carbon Umdruckverfahren hergestellt werden und gänzlich ohne Worte auskommen. Als eine Art monatlich erscheinende Konturbilderrevue. Die Sache schien ihn irgendwann nicht mehr zu interessieren; genau so erging es der Idee, selbst gegossene Glasnegative so zu präsentieren, dass die Motive deutliche Schattenkanten werfen, also in eine schwer zu erfassende, dritte Dimension eintauchen.

Versuche mit fliegender Lochkamera, Ende 80er „Großes Fotogramm“, Mitte der 90er