15. Im Park

Auch diese Serie könnte fast noch in die Rubrik „Gescheitertes“ rutschen, doch lohnt es allemal, die Arbeit und die Bildergebnisse gesondert vorzustellen. Bachler fotografierte in den sommerlichen Abendstunden in mehreren Parkanlagen Deutschlands bestimmte Licht- und Raumsituationen, die sich durch den schleichenden Übergang von Hell zu Dunkel, von freundlicher zu unheimlicher Atmosphäre auszeichneten. Die vom Menschen für Menschen gestaltete Natur kippt in ihrer Wirkung langsam und bietet sich nicht mehr nur als Ort der Muße und Erholung an sondern als ein Bereich möglicher Gefahren. Die gesuchte Einsamkeit zeigt ihre zweite, untergründige Seite. Amüsiert äusserte sich Bachler zu den Schwierigkeiten, Dämmerlichtstimmung auf S/W-Fotografien wiederzugeben. Er hätte Vergleichsfotos bei vollem, bedecktem Tageslicht ausgeführt, wenn man dabei zwei, drei Stufen unterbelichtet kommt man auf verblüffend ähnliche Ergebnisse. So gesehen hätte er nicht in den Abendstunden durch den Park hetzen zu müssen. Man könne der ganzen Fotografie einfach nicht richtig glauben, schloss er. Ich verwies ihn stumm auf das Buch „Fotografie als Kunst – Kunst als Fotografie“ Buch (R. Heyne, Farbtafel 81) hinter ihm im Bücherregal.

aus der Serie „Im Park“, 2008

aus der Serie „Im Park“, 2008