17. Vereine

Die Zeit der avantgardistischen Künstlergruppen war schon lange Geschichte, als T. Bachler sich überhaupt für Kunst zu interessieren begann. Doch findet sich in seinem Lebenslauf die Mitgliedschaft in zweier Gruppierungen: Ein eingetragener Verein (über den es eine fotokopierte Dokumentation gibt) und eine konspirative Gruppe. Wir beginnen der Reihe nach. Der Verein „Das letzte Bild e.V.“ , dessen Vorsitzender er war, hatte sich Mitte der 80er Jahre zum Ziel gesetzt, gewaltige, aus Blei gefertigte Kameras vor westdeutschen Großstädten aufzustellen, die, beim möglichen Atomschlag, das letzte Bild der verglühenden Stadtsilhuette aufzunehmen hatten. Solche Überlegungen waren in der Zeit des Kalten Krieges durchaus naheliegend. Doch es kam anders. Durch simpelste Verwaltungsarbeiten überfordert, löste sich der Verein ein paar Jahre nach Gründung wieder auf. Ein paar Jahre später löste sich der gesamte Warschauer Pakt auf und die Sache hatte sich wirklich erledigt.

Ganz anders die MAF, die „Medien Aktions Front“. Meine Nachfragen wurden von Bachler ausweichend und schmallippig beantwortet – es ging wohl darum, die bestehenden medialen Möglichkeiten künstlerisch-anarchistisch zu nutzen. Es finden sich beispielsweise mehrere Plakate in seinen Unterlagen, die auf mutwillige Provokationen abzielten. Das Plakat mit der Ausstellungsankündigung  „Irakische Ölmalerei“, verbreitet zum ersten Irakkrieg, schaffte es bis in die Ausstellungsankündigungen lokaler Zeitungen – fast unnötig zu sagen, dass es keine solche Ausstellung zu sehen gab. Ohne ernsthafte Schäden zu verursachen, versickerten die Aktionen der MAF im nordhessischen Wüstensand.

Kameraskizzen für „Das letzte Bild“, ohne Jahr