„Portrait“ – Kontaktabzug, 1998

„Portrait“ – Kontaktabzug, 1998

29. Portrait

In Zusammenarbeit mit dem Maler Mathias Weis entstanden Ende der 90er Jahre diese „Doppelportraits“.  Weis malte die zu portraitierende Person in einer eintägigen Sitzung in seinem Atelier, anschließend fertigte Bachler eine kleine Serie von Portraitfotos an – aus dieser Serie wurde dann das zum gemalten Bild stimmigste Foto ausgesucht. Während auf Weis´ Gemälden die Personen offen, fast schnappschussartig, den Betrachter ansehen, scheinen die Menschen auf Bachlers Fotografien abwesend, ohne auffallende Mimik, in Ruhe versunken. Dies ist der langen Belichtungszeit geschuldet, die er extra für diese Portraitsitzungen gewählt hatte. In der fest gerahmten Kombination beider Abbildungen verliert das Portrait die Alleinstellung und damit auch seine ausschließliche Pose  – der beiden Medien hinterfragen hier ihre Realitätsansprüche und damit die Person gleich mit.

Bachler liebt solche Zusammenarbeiten. Neben der gerade erwähnten hat er mehrere Projekte mit Karl-Hermann Möller entwickelt (siehe „Selbstverlag“), mit Karen Weinert die Serie „Menschen des 21. Jahrhunderts“ konzipiert, mit Horst Hoheisel diverse Aktionen durchgeführt und mit der australischen Künstlerin Marian Drew eine sehr eigenwillige Fotoarbeit gestartet, die auf den nächsten Seiten vorgestellt wird.

Ausstellung „Portrait“, 1998