Fotogramm vom Leuchtglobus, ohne Jahr

Fotogramm vom Leuchtglobus, ohne Jahr

30. Awake – Asleep

Ausgehend von der (eher kindlichen) Vorstellung, dass in Australien „alles auf dem Kopf“ steht, bzw. für die Australier diese Vorstellung von Europa haben, fertigen Thomas Bachler und Marian Drew 2002 eine ganze Reihe von Doppelbelichtungen an. Dies funktionierte so, dass Bachler zuerst typisch deutsche, europäische Motive aufnahm (es wurde ausschließlich auf S/W Mittelformatfilmen fotografiert), diese dann unentwickelt nach Australien schickte, wo die Filme dann von M. Drew ein zweites Mal belichtet wurden – allerdings stellte sich dabei ihre Kamera auf den Kopf. So besitzen diese Doppelbelichtungen zwei Horizonte – man kann sie um 180° drehen um der anderen Belichtung mehr Geltung zu verschaffen. Verblüffend, wie stimmig oft die beiden Bilder zusammenpassen, zumal Marian Drew nie wußte, was auf dem belichteten Film für Motive aufgenommen waren. Bachler schätzt diese Arbeit: „Man musste eigentlich nur am Motiv vorbei fotografieren, es also nicht ins Zentrum des Bildes stellen. Je besser man vorbeischießt, desto eher trifft man ins Schwarze.“ Ein Teil der  Arbeit befindet sich in der Sammlung vom Brisbane Art Museum. Parallel zu den Doppelbelichtungen fertigte Bachler mit Hilfe eines Leuchtglobus eine Reihe von Fotogrammen an: Fotopapier vor den Globus halten, Licht kurz anschalten, fertig.

aus der „Awake – Asleep“ Arbeit, 2002

aus der „Awake – Asleep“ Arbeit, 2002