making of „Deutsche Autos“

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35. Deutsche Autos

2008 fertigt Bachler die Serie „Deutsche Autos“ an. Er nutzt dafür eine spezielle Lochkamera, deren Lochblende nicht wie üblich rund gestaltet, sondern in Hakenkreuzform angelegt wurde. Diese höchst eigenwillig gestaltete Lochblende zeigt die abgebildeten Autos noch gut erkennbar aber unscharf; scharf werden die hellen Reflexe auf der Lackierung bzw auf den blitzenden Glas- und Chromteilen wiedergegeben. Sie wiederholen auf dem Bild die Form der Lochblende: das Hakenkreuz. Alle Bilder wurden in Berlin, zwischen Reichstag und Gendarmenmarkt, innerhalb von einer halben Woche aufgenommen. Bachler findet, es reiche nun langsam mit diesem Thema. Kritische Engländer bezeichneten Deutschland gegen Ende  des Krieges  als „overbombt“, jetzt sei es „overmemorialt“ – überall stolpere man über Gedenkskulpturen und im Fernsehn rauschten die Dokumentarsendungen in die Wohnzimmer hinein wie einst die Lancaster-Bomber über Deutschland – das Ziel wird/wurde meist gründlich verfehlt. Bei den „Deutschen Autos“ hätte ihn interessiert, mit einer Kamera zu arbeiten, die sozusagen in die Vergangenheit fotografieren könne – die Autoindustrie war ja tief verstrickt in Naziverbrechen und Zwangsarbeit. Er habe mit der künstlerischen Aufarbeitung des sog. Dritten Reiches nun abgeschlossen, für ihn seien jetzt andere Thema dran ,siehe „Fotobücher“.

„Deutsche Autos“, 2008

„Deutsche Autos“, 2008