41. Erfolg

„Das Schlimmste was er kenne, seien erfolglose Künstler“  meinte Klaus Honnef. Ein Satz, eher in sein halb leeres Weinglas hinein monologisiert als zu den Leuten am Tisch gesagt und, um bloß keinen der hier anwesenden Künstler, Professoren und Fotografen direkt ansehen zu müssen, kümmerte er sich in dem Moment um die korrekte Ausrichtung seiner goldenen Krawattennadel. Bachler saß auch in der Runde… ob er sich angesprochen fühlte? Die Frage, in wie weit sich ein Künstler über den Erfolg seiner künstlerischen Arbeit definiert (bzw. so definiert wird) beschäftigte ihn mit Sicherheit auch. Vor ein paar Jahren erzählte er mir von einem langen Gespräch mit einem Galeristen, der ihm dringend empfahl, seine weit aufgefächerte Arbeitsweise schleunigst aufzugeben: „Nische finden und die dann besetzen. Nur eine Sache über Jahre konsequent durchziehen, ein Image aufbauen, dann wird´s was.“ So der Tipp, der aus geschäftlicher Sicht bestimmt richtig war, von Bachler aber nicht beherzigt wurde. Zwar wurden immer wieder Werke von ihm verkauft, doch blieben diese Einnahmen eher gering. Von markwirtschaftlichem Erfolg konnte nicht die Rede sein, obwohl die Resonanz auf seine Arbeiten immer gut war, wie die vielen Ausstellungen und Veröffentlichungen klar zeigen.

In dem Gespräch kam Bachler zuletzt auf „Eddie the Eagle“ zu sprechen, der einzige britische Skispringer, welcher zwar bei vielen internationalen Skispringen dabei gewesen war aber immer nur auf dem letzten Platz landete. Eddie sei über diese totale Erfolglosigkeit populär und damit, quasi durch die Hintertür, erfolgreich geworden. Doch hätte ihm dieser Erfolg kein Glück gebracht. Die ganze Sache mit dem Erfolg sei ausgesprochen vielschichtig und im hohen Maße heikel, schließt er.

Einladungskarten (1985 - 2013)