44. Sonnenblumen

Thomas Bachler hatte sich zwischenzeitlich eine gewaltige Laufbodenkamera gebaut, denn das bisher von ihm verwendete Negativformat von 8 x 10 inch (genutzt z.B. für die. „Am Fenster“, „Pixel Trees“, „Tatorte“ Arbeiten) erschien ihm mittlerweile einfach zu klein, die Arbeit mit dem Homrich-Vergrößerer auf Dauer zu anstrengend. Man müsse gleich auf Negativen im gewünschten Endformat arbeiten, erklärte er, die könne man später leicht per einfacher Kontaktkopie ausarbeiten. So kam es im Sommer 2013 zu der Konstruktion einer Kamera im Format von 50 x 60 cm, eigentlich geplant für Portraits im Maßstab 1:1. Die Sonnenblumen mussten als Testmotiv für Bachlers neue, selbstgebaute Kamera herhalten. Die ersten Ergebnisse gefielen ihm so gut, dass er gleich bei dem Thema bleib und eine Serie von Sonnenblumenportraits aufnahm, die auch nicht umkopiert sondern als großes Papiernegativ belassen wurden. Die Sonnenblumenabbildungen besitzen im knapp gehaltenen Fokus eine schier unglaubliche Schärfe, die gepaart mit den weitreichenden unscharfen und weichen Bereichen ein hochartifizielles  Bild abgeben. Auf den ersten Blick sehen diese Aufnahmen eher wie Fotogramme aus. Ich musste an Bachlers frühe Grafiken denken, an die Radierungen von keimenden Zwiebeln und an die vielen gezeichneten Stilleben. Es scheint so, als schließe sich auf einmal ein Kreis.

„Sonnenblume“