„Reiseerinnerung“ Düsseldorf – Kassel, 1985

5. Reiseerinnerungen

Eine weitere Arbeit aus besagter Ausstellung „Das Loch“. Hierfür wurden Postpakete zu Camera obscurae umgebaut und erst beim Versandstart, direkt am Schalter, geöffnet. Die Lochkameras waren also 2,3 Tage offen und belichteten so den gesamten Postweg auf ein Negativ. Gleich bei der Ankunft in Kassel wurden die Pakete verschlossen und entwickelt.

Die erste Serie dieser Art umfasst 12 S/W-Aufnahmen, abgeschickt aus 12 verschiedene n Städten Deutschlands (siehe Bildbeispiel oben). Der Künstler entzieht sich hier als Autor seiner Bilder, besser gesagt: Er liefert bloß das Blatt, der „Text“ kommt von allein drauf. Da könnte Andre´Bretons Idee vom automatischen Schreiben mitschwingen, doch wußte  T. Bachler zu diesem Zeitpunkt noch nichts davon. Eine zweite Paketaktion scheiterte an ungenügender Vorbereitung. Beim Versuch, Lochkamerapakete von Ost- nach Westberlin zu senden unterschätze er die Macht ostdeutscher Postbeamter. Es kam zu keiner geglückten „Republikflucht“ der Pakete. In seinem Archiv vorhanden sind lediglich ein paar 8×10 inch  große Testpolaroids, die er für diese deutsch-deutschen Reisefotos nutzen wollte. Die Paketkamera wurden zu Versuchszwecken von Basel nach Kassel geschickt.

„Reiseerinnerung Basel-Kassel“, 1986